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Angst vor der Liebe – das gibt es öfters als man denkt

Angst vor der Liebe – das gibt es öfters als man denkt

Angst vor der Liebe? Ich doch nicht! Der Richtige war halt noch nicht dabei. Und ich bin mir einfach zu schade, erst eine Reihe von Fröschen küssen zu müssen, also bleibe ich lieber allein bis der Prinz kommt. Ich bin noch nicht bereit für eine feste Beziehung. Kommen dir diese Gedanken bekannt vor? Oder bist du vielleicht frisch verliebt, hast aber Angst vor einer Beziehung und traust dich nicht, dem anderen Ihre Gefühle zu offenbaren?

Vielleicht hast du auch nach der letzten gescheiterten Beziehung resigniert gedacht: „Ich bin einfach beziehungsunfähig.“ All diese Situationen können Hinweise auf dieses Gefühl sein.

3 häufige Gründe für die Angst sich zu verlieben

Es kann verschiedene Gründe haben, warum die Angst vor der Liebe entsteht. Sie beruht oft auf Erfahrungen, die in der Vergangenheit beruhen. Wer sich selbst als bindungsunfähig betrachtet, dem kann es helfen, sich zu fragen, wovor genau er sich fürchtet. Die häufigsten Gründe sind die Furcht vor Verletzungen und die Sorge, etwas zu verpassen.

Die Angst vor Liebe verletzt zu werden

Wer liebt, ist verletzlich. Die Meinung des Gegenübers wird auf einmal unendlich wichtig. Eine Zurückweisung wäre eine Katastrophe, das Selbstvertrauen nur noch ein Scherbenhaufen. Der Weg den Liebeskummer zu überwinden und zurück zur Lebensfreude ist lang und schwierig. Da ist es doch besser, man erspart sich das Ganze und lässt erst gar nicht zu, dass große Gefühle entstehen. Schade, denn dadurch verschenkt man sich die Gelegenheiten, von Herzen glücklich zu sein.

Die Angst, Freiheit und Individualität zu verlieren

Wer Angst vor der Liebe hat, denkt womöglich, eine Beziehung ändert alles. Das ganze Leben wird auf den Kopf gestellt und man sieht sich gezwungen, immer wieder Kompromisse einzugehen. Spontaneität wird verloren und man muss ständig Absprachen treffen. Am Ende gibt es kein „Ich“ mehr. Wem diese Vorstellung ein Grauen ist, wird sich innerlich gegen jede Beziehung wehren und sich für die Freiheit und Individualität entscheiden. Auch die Sorge, etwas zu verpassen kann der Hintergrund der Bindungsangst sein. Keine Flirts mehr, keine Selbstbestätigung, keine Abenteuer. „Lass mir mehr Zeit!“ oder „Ich bin noch nicht bereit für eine Beziehung“ sind die typischen Sätze, wenn dein Gegenüber Angst vorm Verlieben hat.

Die Angst verlassen zu werden

Wer Dauersingle war und endlich den Traumpartner gefunden hat, bekommt oft Angst bei dem Gedanken, den geliebten Menschen wieder zu verlieren. Gerade wenn das Selbstbewusstsein nicht besonders stark ausgeprägt ist, bekommt schnell die Befürchtung, die Erwartungen des anderen zu enttäuschen. Die Trennungsangst ist nicht zu ignorieren, wir haben versagt, sind nicht liebenswert. Da lässt man sich doch lieber gar nicht auf die Beziehung ein. So muss man dann auch die Scherben des Selbstbildes nicht wieder aufsammeln. Man hat Angst vor der Liebe, weil man das Ende schon kommen sieht.

Angst vor der Liebe entgegenkommen mit diesen Tipps

Angst ist ein Urinstinkt, der den Menschen schützt und damit im Grunde eine gute Sache. Verliebt zu sein, aber Angst vor einer Beziehung zu haben hindert einen daran, wunderschöne, erfüllende Erfahrungen zu machen. Diese Gefühl zu besiegen kann einen also nur glücklicher machen. Die folgenden Wege die wir hier aufgeführt haben können dir helfen, diese Angst aufzulösen.

Selbstvertrauen stärken gegen die Angst vor der Liebe

Nur wer sich selbst liebt, kann auch zulassen, geliebt zu werden. Das hörst du bestimmt nicht zum ersten Mal, aber es ist sehr richtig: Wenn du mit dir selbst im Reinen bist, verlierst du die Vorstellung, die Erwartungen des Partners nicht erfüllen zu können. Du weißt, dass du als Person liebenswert sind und wunderst dich nicht im Stillen darüber, wie sich überhaupt jemand in dich verlieben kann. Wenn du die Angst vor der Liebe verlieren willst, musst du zuerst die Liebe zu dir selbst zulassen.

Ängste erforschen

Gestehe dir ein, dass du verliebt bist, aber Angst vor einer Beziehung hast und unterdrücke das Gefühl nicht mit dem Gedanken, dass du deine Freiheit brauchst. Frage dich, wovor genau du dich fürchtest und wie realistisch es ist, dass diese Situation tatsächlich eintritt. Was gewinnst du mit der Vermeidungstaktik, was schützt dich und was verlierst du? Lohnt es sich?

Beruht die Angst vor der Liebe auf schlechten Erfahrungen und Verletzungen in der Vergangenheit? Dann frage dich, was das Problem in der Beziehung war und woran das genau gelegen hat. Manchmal haben tiefsitzende Ängste die Wurzeln schon in der Kindheit. Vielleicht haben deine Eltern viel gestritten oder Ihnen das Gefühl gegeben, sich ihre Liebe erst verdienen zu müssen?

Reden, reden, reden

Wenn du Angst vor der Liebe hast, überlege dir, was dich von dem großen Abenteuer abhält. Was glaubst du in einer Beziehung tun zu „müssen“? Vor welchen Zwängen scheust du zurück? Spreche mit einer vertrauten Person oder mit dem Partner darüber, und bestimmt erweist sich diese Furcht als unbegründet.

Tipp: Wenn Du dagegen das Gefühl hast, dich für einen Partner verbiegen zu müssen, solltest du diese Beziehung beenden, da derjenige nicht zu dir passt.

Negative Gedanken ablegen

Wer Angst hat sich zu verlieben, hat oft negative Gedanken wie „Sie ist viel zu gut für mich und wird mich sowieso verlassen“ oder „Warum sollte er mich überhaupt wollen?“ Mache dir diese negativen Gedanken bewusst und trainieren aktiv das positive Denken. Nehme eine andere Sichtweise ein. Anfangs mag dir das komisch vorkommen, doch mit der Zeit festigt sich ein neues Gedankenmuster und du gehst optimistischer durchs Leben. Statt zu denken: „Sie wird mich sowieso verlassen“, denken einfach: „Ich bin gespannt, wohin die Reise führt.“

Angst vor der Liebe? Ins kalte Wasser springen!

Nehme all deinen Mut zusammen und lasse dich auf das große Abenteuer ein. Du hast wenig zu verlieren und viel zu gewinnen! Eine echte Partnerschaft macht dich frei, erweitert deinen Horizont und lässt dich wachsen. Einschränkungen und Zwänge gehören nicht in eine Liebesbeziehung. Also keine Angst vorm Verlieben: Der Sprung ins kalte Wasser lohnt sich in jedem Fall.

Fazit: Angst vor der Liebe überwinden – so kannst du es schaffen

Wer sich eine liebevolle Beziehung wünscht, gleichzeitig aber Angst hat, sich zu verlieben, steckt in einem Dilemma. Mangelndes Selbstwertgefühl durch schlechte Erfahrungen der Vergangenheit, die Sorge, Unabhängigkeit zu verlieren oder etwas zu verpassen sind Auslöser dafür. Schade, denn durch diese Vermeidungstaktik schützt man sich nicht, sondern verpasst eher so die große Liebe im Leben. Das Gefühl, einem Menschen so nah zu sein, dass man sich ohne Worte versteht. Jemanden zu haben, mit dem man über die gleichen Dinge lachen können, mit dem man Abenteuer erleben oder zur Ruhe kommen kann. Das alles ist es wert, die Angst vor der Liebe anzupacken und zu überwinden.

Wie kannst du es außerdem noch überwinden?

  • Stärke dein Selbstvertrauen und sei dir bewusst, dass du liebenswert bist.
  • Erforsche deine Ängste und finde heraus, wo sie die Wurzeln hat.
  • Spreche über deine Befürchtungen, was Beziehungen angeht.
  • Lege negative Gedanken und Erwartungen ab und denke optimistischer.
  • Ergreife die Initiative, denn du hast nichts zu verlieren und alles zu gewinnen.

Leicht ist es nicht, die Angst vorm Verlieben und einer festen Beziehung zu besiegen. Aber mit etwas Mut und Optimismus schaffst du es ganz bestimmt. Du hast es selbst in der Hand.

Es gibt genau zwei unfassbar mächtige Emotionen, die dein Leben massiv beeinflussen können: Liebe und Angst. Aber was, wenn du Angst vor der Liebe hast? Gerade wenn du in einer schmerzvollen Trennung steckst oder vielleicht schon über sie hinweg ist, aber trotzdem Single bist, ist die Angst vor der Liebe kein seltenes Phänomen, die wir oft mit den Worten „Ich bin beziehungsunfähig“ beschreiben.

Dabei geht es in erster Linie um die Angst davor zu lieben, verlassen zu werden und besonders verletzt zu werden. Die zentrale Frage, die wir uns zunächst stellen müssen, lautet: Warum haben wir eigentlich Angst?

Angst hat eine Aufgabe

Stell dir einfach mal vor du läufst nachts alleine durch eine dunkle Gasse und merkst plötzlich, dass dir jemand folgt. Das erste was du empfindest, ist Angst – Herzrasen, Schweißausbrüche, Panik – und genau die brauchst du, denn sie ist ein Urinstinkt, der dir hilft dich zu schützen. Dein Gehirn empfängt Informationen, die dich zu einer lebensrettenden oder zumindest für die Situation notwendigen Aktion motivieren. Angst ist also nichts anderes als ein Schutzmechanismus.

Wenn es um Beziehungen geht, spürst du die Angst oft nicht körperlich, sondern subtiler, aber auch hier möchte sie dich schützen: Und zwar davor, verletzt zu werden. Das aber ist allerdings sehr hinderlich und nimmt dir gleichzeitig die Chance auf Liebe und eine tolle Beziehung.

Generell gibt es zwei große Ängste, die dich dazu bringen zu glauben, dass du beziehungsunfähig bist und die dich von einer glücklichen Beziehung abhalten, wenn du nicht daran arbeitest.

Die Angst davor verlassen zu werden

Dass die Beziehung auf längere Sicht nicht funktioniert und du vielleicht verlassen wirst, kannst du nie ausschließen. Niemand kann das, und selbst Ehen nach über 30 Jahren und länger werden oft noch geschieden.

Ganz besonders schlimm kommt diese Angst zum Vorschein, wenn du verlassen wurdest und/oder wenn du schon ewig eine/n Partner/in suchst und dann endlich jemanden kennengelernt hast, den/die du gerne „halten möchtest“. Schon alleine bei dem Gedanken daran, dass ihr ein Paar werden könntet und was das für Folgen haben könnte, wenn es nicht funktioniert, lässt die Angst in dir groß werden.

Wenn ich niemanden nahe an mich heranlasse, gebe ich niemandem die Chance mir weh zu tun.

Doch was passiert denn, wenn du es nicht probierst? Ja, du läufst zwar keine Gefahr, dass dir jemand weh tut. Aber du nimmst dir selbst und auch Menschen, die sich für dich interessieren, die Chance dich wirklich zu lieben.

So blöd und einfach wie es klingt: No risk, no fun! Dein Herz für jemanden zu öffnen wird in keinsten Fällen risikofrei sein, das solltest du wissen. Aber am Ende des Tages hast du mehr zu gewinnen als zu verlieren! Und wenn du tatsächlich wieder verletzt wirst, macht es dich wieder ein Stück weit stärker. Versuche die Situation immer von der positiven Perspektive zu sehen, auch wenn das manchmal nicht so simpel ist.

Die Angst davor deine Freiheit und Individualität zu verlieren

Auf der anderen Seite, vor allem wenn du lange Single warst, hast du vielleicht Angst davor in die Enge getrieben zu werden. Davor, dass dir ein Partner dein Leben auf den Kopf stellt und du nicht mehr all das machen kannst, was du jetzt tust.

Ja, eine Partnerschaft bedeutet immer Kompromisse einzugehen, sie besteht immer aus Geben und Nehmen. Und wenn du dich an deine letzte (glückliche) Beziehung erinnerst, dann weißt du auch was dir wichtig ist und wo du dich einschränken kannst und möchtest, immerhin erwartest du das auch von deinem/r Partner/in.

Das heißt aber nicht, dass du dich für den anderen verbiegen sollst. Eine Beziehung bedeutet zwar immer Arbeit, allerdings nicht in einer Art und Weise, dass es dich anstrengten sollte, sondern so dass du gerne tust was du tust. Eine Partnerschaft sollte ‚leicht von der Hand gehen‘ und dich nicht zu einem anderen Menschen machen als der, der du bist.

Wenn du nun schon bei den ersten Dates merkst, dass es nicht passt, dann verlasse dich auf deine Intuition verlässt und sei ehrlich genug mit dir selbst, um es zu beenden bevor dein Herz (und das des/der anderen) noch mehr drinsteckt.

Solltest du aber merken, dass eigentlich alles passt, du aber innerlich einen Schritt zurückgehst, weil du Angst hast, dann solltest du versuchen sie zu überwinden.

Was kannst du tun, um diese Ängste in den Griff zu bekommen?

Zunächst musst du die bewusste Entscheidung treffen, dass du eine glückliche Beziehung willst und auch dass du dazu bereit bist dich zu öffnen. Du solltest dich auf dein Herz verlassen (wie immer) und in dich hineinhören, ob du bereit dazu bist. Und wenn ja, ob dich noch etwas anderes als deine Angst davon abhält.

Im zweiten Schritt kannst du deine Angst hinterfragen, wann immer sie auftaucht und sie „unter Kontrolle zu bringen“. Setz dich dazu am besten mit einem Zettel und Stift und stelle dir diese Fragen:

Vor was genau habe ich Angst?

Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass meine Angst wahr wird?

In welcher Relation stehen das, was ich bekommen könnte (z.B. bedingungslose Liebe eines wertvollen Menschen) und was passieren könnte?

Sei ehrlich mit dir selbst, dnen wenn du wegschaust und nicht bereit dazu bist dich deinen Ängsten zu stellen, wirst du immer und immer wieder in die gleichen Situationen geraten, werden die gleichen Handlungen immer die gleichen Ergebnisse nach sich ziehen – so wie in allen Lebenssituationen. Nur wenn du herausfindest, was du möchtest und dazu bereit bist, dich deinen Ängsten zu stellen und das Risiko verletzt zu werden einzugehen, kannst du wieder eine glückliche Beziehung haben.

Vergiss nicht: Auf der anderen Seite der Angst erwartet dich das, was du dir immer gewünscht hast! Das gilt nicht nur für die Liebe.

Die meisten von uns ein Lied davon singen, wie schmerzhaft das Ende einer Beziehung ist. Kein Wunder also, dass wir die Frage „Warum gehen Beziehungen in die Brüche?” stets im Hinterkopf haben. Die Antwort darauf liegt jedoch häufig in uns selbst. Denn die meisten haben, ob bewusst oder unbewusst, Angst vor der Liebe.

Diese Ängste kommen auf unterschiedliche Weise oder in verschiedenen Stadien einer Beziehung zutage. Und deswegen verfügen wir alle über Schutzmechanismen, die uns davor schützen sollen, früher oder später verletzt zu werden. Diese Schutzmechanismen geben die Illusion von Sicherheit, verhindern jedoch gleichzeitig die gewünschte Nähe zu einem anderen Menschen.

Was also steckt hinter unserer Angst vor Intimität? Was hält uns davon ab, Liebe zu finden und zu erhalten?

Wahre Liebe macht einen verletzlich

Mit jeder neuen Beziehung wagen wir uns in erforschtes Terrain vor. Und viele von uns haben von Natur aus Angst vor dem Unbekannten. Sich zu verlieben bedeutet, ein Risiko einzugehen. Wir schenken einem anderen Menschen Vertrauen, lassen zu, dass er uns unter die Haut geht. Dadurch fühlen wir uns entblößt und verletzlich. Unsere grundlegenden Schutzmechanismen werden herausgefordert. Liebgewonnene Gewohnheiten, die uns ein Gefühl der Ichbezogenheit und Unabhängigkeit vermittelt haben, bleiben immer mehr auf der Strecke. Wir tendieren zur Annahme, je mehr wir lieben, desto mehr können wir auch verletzt werden.

Neue Liebe bricht alte Wunden auf

Wenn wir eine neue Beziehung mit jemandem eingehen, machen wir uns selten bewusst, wie sehr wir dabei von unserer Vergangenheit beeinflusst werden. Denn auf welche Weise wir von Kindesbeinen an durch andere Menschen emotional verletzt wurden, wirkt sich stark auf die eigene Wahrnehmung der uns nahestehenden Menschen und unser Verhalten in einer Beziehung aus. Aufgrund alter Verhaltensmuster sind wir misstrauisch, uns einem unbekannten Menschen gegenüber zu öffnen.

Wir scheuen vor Intimität zurück, weil dadurch alte Gefühle des Verletzt seins, des Ärgers und der Zurückweisung wieder aufgeweckt werden

Liebe erschüttert unser Selbstbild

Viele von uns haben mit dem Gefühl zu kämpfen, dass sie sich nicht für liebenswert halten. Es fällt ihnen schwer, den eigenen Wert zu erkennen und zu glauben, dass sich wirklich jemand für uns interessiert. Denn wir alle haben eine „kritische innere Stimme”, die uns immer wieder sagt, wir seien wertlos und verdienten kein Glück. Sie ist das Ergebnis von schmerzhaften Kindheitserinnerungen, von kritischen Bemerkungen, denen wir in jungen Jahren ausgesetzt waren, und von den Gefühlen unserer Eltern sich selbst gegenüber.

So schmerzhaft die dadurch geformten Meinungen auch sind, sie haben sich im Laufe der Zeit fest in die eigene Seele eingebrannt. Als Erwachsene sehen wir sie vielleicht nicht mehr als unseren Feind an, sondern haben den destruktiven Gesichtspunkt als den unseren akzeptiert. Doch so gefährlich und unerfreulich diese kritischen Gedanken oder inneren Stimmen auch sind, sie sind in ihrer Vertrautheit auch sehr bequem.

Wenn jemand eine andere Meinung von uns hat als die, die wir von unserer inneren Stimme eingeflüstert bekommen, wenn er uns liebt und wertschätzt, fühlen wir uns schnell unwohl und gehen in die Defensive. Denn dieser andere Mensch erschüttert die jahrelange Selbsteinschätzung in ihren Grundgedanken.

Tiefe Freude ist mit tiefem Schmerz verbunden

Jedes Mal, wenn wir wahre Freude empfinden oder auf emotionaler Ebene erfahren, wie unendlich wertvoll das Leben doch ist, müssen wir davon ausgehen, auch unendlichen Schmerz zu erfahren. So viele halten sich von dem fern, was sie am glücklichsten machen würde, weil es ihnen auch den größten Schmerz zufügen könnte. Aber es gilt eben auch das Gegenteil: Wir können uns nicht immun gegen Schmerzen machen, ohne uns gleichzeitig immun gegen die Freude zu machen.

Wir zögern davor, uns Hals über Kopf zu verlieben, weil wir Angst vor der Trauer haben, die dies verursachen kann.

Liebe ist oft ungleich

Viele meiner Gesprächspartner haben Angst davor, sich mit jemandem einzulassen, weil der andere sie „zu sehr mag”. Sie fürchten, dass sich ihre eigenen Gefühle nicht in dieselbe Richtung entwickeln würden und sie den anderen verletzen oder zurückstoßen. Doch Liebe ist in Wahrheit nicht ausbalanciert. Beide Partner fühlen je nach Moment mal mehr und mal weniger für den anderen. Unsere Gefühle für einen anderen Menschen sind immer irgendwelchen Veränderungen unterworfen.

Innerhalb weniger Sekunden kann uns ein geliebter Mensch reizen, wütend machen oder sogar mit Hass erfüllen. Wenn wir uns sorgen, welche Gefühle wir wohl in der Zukunft haben werden, erfahren wir nie, wie sie sich tatsächlich entwickeln. Besser ist es, ganz unvoreingenommen abzuwarten, welche Gefühle im Laufe der Zeit entstehen können. Sorgen oder ein schlechtes Gewissen darüber, was wir fühlen oder nicht fühlen, hindern uns daran, jemanden mit echtem Interesse an uns kennenzulernen. Und dadurch entgeht uns vielleicht eine Beziehung, die uns glücklich machen könnte.

Beziehungen können zum Bruch mit der Familie führen

Beziehungen sind manchmal das ultimative Symbol dafür, dass wir erwachsen geworden sind. Sie bedeuteten, dass wir unser eigenes Leben als unabhängiges, autonomes Individuum leben. Diese Entwicklung kann auch eine Trennung von der Familie bedeuten. Diese findet jedoch nicht auf körperlicher Ebene statt. Sie bedeutet nicht, dass wir unsere Familie im wahrsten Sinne des Wortes verlassen sollen. Vielmehr handelt es sich um eine Weiterentwicklung auf emotionaler Ebene, bei der wir uns nicht mehr als Kind fühlen und uns von den negativen Einflüssen entfernen können, die unsere frühesten Beziehungen beeinträchtigt und unsere Identität geformt haben.

Liebe weckt Existenzängste

Je mehr wir haben, desto mehr haben wir auch zu verlieren. Je mehr uns jemand bedeutet, desto mehr haben wir Angst, diesen Menschen zu verlieren. Wenn wir uns verlieben, laufen wir nicht nur Gefahr, den Partner zu verlieren: Wir werden uns auch der eigenen Sterblichkeit deutlicher bewusst. Liebe verleiht unserem Leben einen höheren Wert und tieferen Sinn, sodass wir den Verlust des Lebens stärker fürchten.

Bei dem Versuch, diese Angst zu übertünchen, konzentrieren wir uns oft auf eher oberflächliche Sorgen, suchen den Streit mit dem Partner oder beenden in schlimmsten Fällen sogar die Beziehung. Nur selten sind wir uns über den vollen Umfang dieser Verteidigungsmechanismen bewusst. Wir suchen nach Hunderten von Gründen, um nicht in einer Beziehung sein zu müssen. Allerdings gibt es für die meisten dieser Gründe eine Lösung. Denn in Wirklichkeit handelt es sich um Ausreden, hinter denen tieferliegende Verlustängste stecken.

Die meisten Beziehungen sind mit einer großen Menge an Herausforderungen gekoppelt. Ein wichtiger Schritt in Richtung einer erfüllenden, langfristigen Beziehung besteht darin, seine Ängste vor Intimität zu kennen und zu wissen, wie man das eigene Verhalten beeinflussen kann. Diese Ängste treten meist in Form verschiedener Rechtfertigungen auf, warum es mit dem anderen Menschen nicht klappt. Es ist erstaunlich, auf welch unterschiedliche Weise wir uns selbst zerstören, wenn wir einem anderen Menschen nahe kommen. Erst wenn wir uns selbst genau kennen, geben wir uns die Chance auf wahre Liebe und eine dauerhafte Beziehung.

Beziehungsangst kann viele Gesichter haben: keine Lust auf Verpflichtung, lieber frei sein als in einer Beziehung zu leben oder Angst vor möglichen Enttäuschungen. Einige sind Dauer-Single, andere wieder sind manchmal SIngle – alles, bloß nicht fest vergeben zu sein, lautet das Motto.

Aber was hält Menschen davon ab, die Liebe zu finden? Was bewegt Menschen, sich gegen eine Beziehung zu entscheiden? Wovor haben sie Angst? Oder ist es doch nur der Drang, frei zu sein?

Single-Sein genießen

Singles haben alle Freiheiten der Welt. Es ist schon lange nicht mehr verpönt, mit 30 noch nicht verheiratet zu sein. Mittlerweile ist es gesellschaftlich akzeptiert, sich einen Flirt als One-Night-Stand mit nach Hause zu nehmen oder, wenn es etwas Langfristiges sein darf, gern auch mal als Mingle zu leben. Man will frei sein, ohne Stress und Beziehungsalltag erleben zu müssen. Spaß steht im Vordergrund. Singles können tun und lassen, was sie wollen und müssen sich nicht rechtfertigen. Sie wünschen sich keine Langeweile, sondern ein entspanntes.

Keine Zeit für Partnerschaft

Das mag unglaublich scheinen, aber eine gute Beziehung kostet Zeit und Energie, um sie zu pflegen. Sicher kann man auch nebeneinander her leben, aber das wollen wir hier nicht als „gute Partnerschaft“ bezeichnen.

Der Job verlangt den meisten von uns eine Menge Aufmerksamkeit ab. Überstunden, Termindruck und Stress durchlaufen den Tagesablauf, abends ist man dann müde. Jetzt noch Zeit für die Beziehungspflege aufbringen? Das könnte ja fast in Arbeit enden. Aber wer nichts tut für seine Partnerschaft, wird sich schneller als gewollt wieder auf dem Singlemarkt wiederfinden.

Abends erschöpft nach Hause zu kommen, dann noch kochen und Zeit mit dem Partner oder der Partnerin verbringen – das erleben manche als ganz schön stressig. Ohne Partnerschaft gibt´s zumindest etwas mehr freie Zeit.

Außerdem möchte man lieber die Freizeit genießen, als sich anhören zu müssen: „Du hast ja nie Zeit!“

Die Partnersuche mit alten Modellen

Je älter wir werden, desto wahrscheinlicher ist es, dass wir an ein „Gebrauchtwagenmodell“ kommen. Da kann dann schon mal der Lack ab sein oder die ersten Verschleißerscheinungen werden sichtbar, manchmal sogar Ersatzteile wie Brille, Gebiss oder Toupet. Da ist es leichter, nicht allzu anspruchsvoll zu sein.

Seien wir ehrlich: Wir selbst werden auch nicht jünger, eben nur emotional reifer und damit besser. Aber das ist ja auch etwas anderes.

Der Single-Markt ist mittlerweile ein hartes Business. Anhand weniger Daten, die meist äußerliche Kennzeichen vermitteln, kann man die potenziellen Partner/innen vergleichen, noch bevor man jemals ein Wort miteinander gesprochen hat. Ob also die Chemie stimmt oder nicht, bleibt ein Rätsel. Das erste Date kann gut sein, muss es aber nicht.

Schutz vor Verletzung

Verletzt werden will niemand. Liebe erfordert aber genau diese Bereitschaft: das Vertrauen aufzubringen, sich auch verwundbar zu machen. Nur so erfahren wir tiefes Vertrauen und Bindung. Wer aber die Erfahrung gemacht hat, dass er, wenn er sich verwundbar gezeigt hat, verletzt, ausgelacht oder zurückgewiesen wurde, wird in der Zukunft es so weit wie möglich vermeiden, sich so zu öffnen.

Leider gibt es für die Liebe keine Garantie. Anderen Menschen den Zutritt zu dem Innersten zu gewähren und die intimen Gedanken und Gefühle zu teilen, braucht also Zeit, Mut und Vertrauen. Liebeskummer und Enttäuschung bleibt keinem erspart. Wir können nur lernen, wie wir zukünftig besser damit umgehen.

Denn sich der Liebe zu entziehen, bedeutet auch auf viele schöne Momente verzichten zu müssen, die wir nur zu zweit genießen können oder die zu zweit einfach schöner sind. Glück, das wir teilen, verdoppelt sich, Leid halbiert sich. Das haben wir vorhin ja bereits ausführlich angesprochen.

Neue Liebe erinnert an alten Schmerz

Alle Erfahrungen, die wir im Laufe des Lebens machen, sind in uns gespeichert, ganz egal, ob sie angenehm oder unangenehm waren. Zugegeben sind uns nicht alle Erfahrungen bewusst in Erinnerung geblieben. Das würde uns wohl auch im Alltag zu sehr behindern und stören. Aber sie bleiben doch im Hintergrund im Gedächtnis.

Jedes Erlebnis hat einen Gedanken und eine Emotion in uns ausgelöst. Unser Körper hat die Emotion erlebt, auch wenn uns das nicht immer bewusst ist. So schauen wir zum Beispiel beim Überqueren einer Straße nach heranfahrenden Autos oder wir lächeln entspannt bei der Erinnerung an den letzten Urlaub.

Jeder hatte auch schon mal Liebeskummer, und der ist ja nie angenehm. Vielleicht aber haben wir auch die Erfahrung gemacht, dass wir betrogen oder belogen wurden, getäuscht und hintergangen. Wer solche Erfahrungen in einer Partnerschaft durchlebt hat, wird sich schwertun, wieder neu zu vertrauen. Es kommen die alten Gefühle des Ärgers und die Angst vor Zurückweisung wieder ans Licht. Als Single bleibt der Panzer fest und die unangenehmen Gefühle bleiben verborgen.

Nicht bereit für eine Partnerschaft

Wer selbst kein gebranntes Kind ist, kennt Beziehungsprobleme vielleicht aus dem Freundeskreis oder bei Kollegen: Scheidung hier, Scheidung dort.

Da kann man schon mal den Glauben an die Liebe verlieren.

Und außerdem: Ist es nicht besser, ohne es zu bereuen, ohne etwas zu verpassen, kennenzulernen, wen man will und mit ihm anzustellen, was man will? So verletzt man zumindest niemanden. Bevor es faule Kompromisse gibt und einer von beiden zurückstecken muss, ist es wohl besser, Single zu bleiben.

Eifersucht und Verlustangst

Prinzipiell ist Eifersucht erst einmal ein Gefühl, das anzeigt: „Die Beziehung mit dir ist mir wichtig.“

Je harmonischer eine Beziehung ist, desto vertrauter und näher wird man sich. Das wiederum steigert die Angst davor, den Partner zu verlieren. Aber auch die Angst, eigene Freiräume zu erhalten und den anderen damit vielleicht zurückweisen zu müssen, wird größer. Entweder kämpft man nun mit der eigenen Eifersucht oder derjenigen der anderen Seite, und man muss sich mit der Eifersucht des Partners auseinandersetzen.

Beziehungsangst ist immer auch eine Form der Verlustangst und der Vermeidung, sich mit der Eifersucht auseinandersetzen zu müssen.

Jetzt schon planen für das Alter?

Bei diesem Gedanken wird es Menschen mit Bindungsangst ganz konfus. „Heißt das jetzt: Für immer? Müssen wir zusammen alt werden?“ Was für Beziehungsbefürworter nach Hochzeitsglocken klingt, empfinden Menschen mit Bindungsangst gemeinsame Zukunftspläne als bedrohlich und als ein Gefängnis.

Liebe ist die Fähigkeit, die Zuneigung und Gefühle füreinander auszudrücken. Für Menschen mit Bindungsangst ist diese Gefühlsduselei mit der Angst verbunden, ab sofort immer für den anderen da sein zu müssen und immer zur Verfügung zu stehen.

Dabei gehört es zu einer guten Beziehung auch, dass man Zeit für sich hat, neben der gemeinsamen Zeit als Paar.

Der Umgang mit ungleichen Empfindungen

Zur Liebe gehört, diese zu zeigen. Zur Liebe gehört auch, die gezeigte Liebe des Partners akzeptieren können. Wer liebt, lässt sich ein auf sein Gegenüber. Menschen, die Bindungsangst haben, können oder wollen sich nicht einlassen. Sie haben Angst zu enttäuschen, wenn die Gefühle nicht so kommen wie beim Gegenüber. Sie wissen nicht, wie sie ihre Gefühle äußern können, ohne dass sich ihre Mitmenschen abgelehnt fühlen. Vor allem dann, wenn das Umfeld mehr von ihm verlangt als der Mensch mit Bindungsangst, wird es kompliziert. Er spürt vielleicht eine Zuneigung, aber keine große Liebe. Er nimmt wahr, dass sein Gegenüber eine feste Beziehung will und bekommt dann kalte Füße.

Diese Angst vor Nähe ist im Grunde eine Angst vor Distanz. Denn Menschen mit Bindungsangst wollen gefallen und niemanden ablehnen. Sie haben Angst für „nicht gefallen“ selbst abgelehnt und verlassen zu werden. Diese Angst lässt sie die Nähe in einer Partnerschaft fürchten, und zwar oft so sehr, dass sie sich gar nicht erst auf eine Beziehung einlassen.

Wenn es dann doch passieren sollte, dass ein Mensch mit Bindungsangst jemanden näher kennenlernt, folgen nicht selten Fluchtversuche oder Ausreden, um der Nähe bzw. der Angst vor Enttäuschungen zu entfliehen.

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